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Experten-Workshop "Maßnahmen und Strategien zur Unterstützung einkommensschwacher Haushalte beim Stromsparen.“
Die Energiekosten aber auch der Energieverbrauch in privaten Haushalten stiegen in den vergangenen Jahren in Deutschland kontinuierlich an. Besonders betroffen sind hiervon einkommensschwache Haushalte, für die die Energiekosten einen großen Anteil der monatlichen Ausgaben darstellen. In der Politik werden deshalb immer mal wieder Sozialtarife für einkommensschwache Haushalte diskutiert. Zudem ist trotz einer großen Anzahl von am Markt verfügbaren energieeffizienten Geräten ein Trend zum steigenden Stromverbrauch in privaten Haushalten durch eine zunehmende Gerätevielfalt und zahlreiche technologische Neuerungen zu beobachten. Daher steigt der Handlungsdruck, Endverbraucher in einkommensschwachen Haushalten durch unterschiedliche Instrumente zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund sollen verschiedene Ansätze und Maßnahmen diskutiert werden, die zur Senkung des Energieverbrauchs und damit der Kostenbelastung der Endverbraucher beitragen.
Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) initiiert im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz regelmäßig fachöffentliche Diskussion über Strategien, Instrumente und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den verschiedenen Verbrauchssektoren und Anwendungsfeldern, um erfolgreiche Ansätze zu fördern.
Zur Veranstaltung.
Eine persönliche Stomsparberatung einkommensschwacher Haushalte kann bei professioneller Umsetzung nicht nur Stom sparen, sondern auch Privathaushalte und Kommunen von Kosten entlasten. So lautete ein Teil des Fazits der Teilnehmer und Referenten des Expertenworkshops „Maßnahmen und Strategien zur Unterstützung einkommensschwacher Haushalte beim Stromsparen“. Rund 40 Vertreter aus Politik, Versorgungswirtschaft, Verbänden und Energieagenturen tauschten sich über die rechtlichen und sonstigen Rahmenbedingungen aus und diskutierten lebhaft Beratungsansätze und Best-Practice-Beispiele.
Den ersten Veranstaltungsteil zu „Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Stromnutzung in einkommensschwachen Haushalten“ eröffnete Frau Annegret Niehuss vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit einem Redebeitrag über die Angebote im Rahmen des Energieberatungskonzeptes der Bundesregierung. Sie gab einen Überblick über die unterschiedlichen Angebote für die Zielgruppen und betonte die Bedeutung der Beratungsqualität.
Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnete in seinem Beitrag Energieeffizienz als aktive Sozialpolitik. Er skizzierte ein aus seiner Sicht notwendiges bundesweites Stromsparcheck-Angebot und betonte die Bedeutung flankierender Instrumente wie z.B. Markteinführungsprogramme für energieeffiziente Produkte.
Markus Hoyer von der forsa GmbH stellte in seinem Vortrag die Einstellungen und das Verhalten in privaten Haushalten zur effizienten Stromnutzung dar. Er belegte die zunehmende Sensibilisierung für Energieeffizienz bei den Verbrauchern, die sich in verändertem Nutzungsverhalten niederschlägt. Bemerkenswert ist der von Herrn Hoyer berichtete Imageverlust der Energiesparlampen durch das sogenannte „Glühlampenverbot“, dem mit verstärkten Informationsanstrengungen begegnet werden sollte.
Im dritten Veranstaltungsblock wurden detailliert Instrumente, Maßnahmen und Angebote aus der Praxis zur Förderung einkommensschwacher Haushalte im Umgang mit Energie vorgestellt. Zunächst referierte Elke Dünnhoff vom Caritasverband Frankfurt e.V. über das Projekt „Stromspar-Check“. Sie stellte anschaulich Zahlen, Daten und Fakten aus der Umsetzung und der anschließenden Evaluierung des Frankfurter Projektes vor, berichtete über den vor einem Jahr begonnenen deutschlandweiten Rollout und betonte als einen zentralen Erfolgsfaktor die „Beratung auf Augenhöhe“.
Michael Conradi vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (bdew) stellte beispielhaft Aktivitäten und Angebote der Energieversorgungsunternehmen vor. Dabei betonte er, dass die unterschiedlichen Angebote auch der Differenzierung vom Wettbewerb dienten und somit bislang keine brancheneinheitlichen Angebote existieren.
Das Angebot des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) stellte Dr. Christiane Dudda in ihrem Vortrag vor. Insbesondere ging sie auf den Beratungsablauf und die Wirkungen der Beratungen ein. Helke Neuendorff ergänzte den Veranstaltungsblock mit der Vorstellung der Energiesparberatung mit Langzeitarbeitslosen in Hannover. Er betonte u.a. die Bedeutung von speziellen Angeboten und Vorgehensweisen bei der Ansprache von Migranten. Abgeschlossen wurde der Expertenworkshop durch einen Vortrag von Christina Camier von der dena. Sie stellte die Instrumente und Angebote der Initiative EnergieEffizienz vor und betonte, wie wichtig es sei, die Verbraucher am Ort ihrer Entscheidung – häufig im Einzelhandel – zu erreichen.
Die große Diskussionsfreude und die Vielfalt der vertretenen Institutionen zeigten, dass noch ein erhebliches Potenzial für den Ausbau der Angebote für einkommensschwache Haushalte besteht.
Programm und Dokumentation.
Hier finden Sie das Veranstaltungsprogramm.
Eine Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.
Vorträge.
Anngret Niehuss, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi),
Angebote für spezifische Interessengruppen im Rahmen des Energieberatungskonzepts der Bundesregierung.
Thorben Becker, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
Anforderungen an die Politik sowie Bewertung der ersten Erfahrungen mit Instrumenten gegen steigende Energiekosten in einkommensschwachen Haushalten.
Markus Hoyer, forsa Gesellschaft für statistische Analysen GmbH,
Endverbraucherverhalten im Kontext der effizienten Stromnutzung – ein Überblick über die Stromnutzung der deutschen Haushalte in den Jahren 2004-2008.
Elke Dünnhoff, Caritasverband Frankfurt e.V.,
Der Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte –Vom Frankfurter Cariteam-Energiesparservice zum Bundesprojekt.
Michael Conradi, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (bdew),
Angebote der Energieversorgungsunternehmen zur Steigerung der Energieeffizienz in privaten Haushalten.
Dr. Christiane Dudda, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv),
Die Energieberatung der Verbraucherzentralen – spezielle Angebote für einkommensschwache Haushalte.
Helke Neuendorff, Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH,
Energiesparberatung für Mieterhaushalte – Erfahrungen aus einem lokalen Projekt.
Christina Camier, Deutsche Energie-Agentur GmbH,
Energieeffiziente Stromnutzung in privaten Haushalten: Instrumente, Maßnahmen und Angebote der Initiative EnergieEffizienz zur Information und Motivation privater Haushalte.


