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Stromeffizienz 2009.
Effiziente Stromnutzung in allen Verbrauchssektoren ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von besonderer Bedeutung und bietet zahlreiche Potenziale, die es auszuschöpfen gilt. Darüber waren sich die über 300 Teilnehmer der diesjährigen „Stromeffizienz“ einig, die sich am 1. September im Hotel InterContinental Berlin über Trends, Technologien und politische Rahmenbedingungen der effizienten Stromnutzung ausgetauscht haben.
In seiner Eröffnungsrede betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, dass Energieeffizienz mittlerweile hohe Zustimmung und Aufmerksamkeit erhält, aber die Potenziale trotzdem noch intensiver ausgeschöpft werden müssen. Dafür Bedarf es u. a. neuer Angebote und Märkte für Energieeffizienz. Und diese Marktentwicklung unterstützt die dena mit ihren Projekten und Kampagnen, wie z. B. der Initiative EnergieEffizienz.
Staatssekretär Jochen Homann von Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstrich in seinem Vortrag zur Rolle der Stromeffizienz in Zeiten der Wirtschaftskrise, dass Energieeffizienz einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bieten kann. Er gab einen Überblick über die vielfältigen Angebote und Maßnahmen der Bundesregierung für Unternehmen und andere Zielgruppen und formulierte die Erwartung, dass kreative neue Produkte und Dienstleistungen rund um Energieeffizienz helfen werden, die politischen Ziele bei Effizienzsteigerung und Klimaschutz zu erreichen.
Über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Strommarkt referierte Dr. Florian Haslauer, Leiter der zentraleuropäischen Beratungsgruppe für die Energie- und Versorgungswirtschaft bei A.T. Kearney. Er erwartet, dass der aktuelle Rückgang des Stromverbrauchs insbesondere in der Industrie nach dem Ende der Wirtschaftskrise wieder durch wachsende Nachfrage ausgeglichen wird. Da aktuell aber auch Kraftwerksneubauinvestitionen zurückgefahren werden, sollte mittelfristig mit steigenden Strompreisen gerechnet werden. Während Herr Haslauer eher die großen Energieversorger in der gesamten Wertschöpfungskette aktiv sieht, erwartet er für Stadtwerke vermehrt Kooperationsmodelle und prognostiziert, dass Systemdienstleister eine stärkere Rolle im Energiemarkt spielen werden.
Prof. Dr. Wolfgang Schröppel, Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die bestehenden Stromeinsparpotenziale von ca. 20 Prozent bis 2025 zum einen nicht ausreichend erschlossen, zum anderen aber auch durch eine Vielzahl neuer Stromanwendungen konterkariert werden. Nur ein Zusammenspiel von so genannten „harten“ und „weichen“ Maßnahmen könne noch zu einem Erreichen der Energieeffizienzziele führen. Schließlich ist dafür ab 2010 eine Verbrauchsreduktions um 2 Prozent pro Jahr nötig.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Marco Demuth, Generalbevollmächtigter Marketing und Vertrieb der EnBW AG, Gert von der Groeben, Leiter des Bereichs Wirtschaftspolitik der E.ON AG, Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH, Dr. Frank May, Vorstandsmitglied der Vattenfall Europe Wärme AG, Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH und dena-Geschäftsführer Stephan Kohler über Maßnahmen zur Erreichung der Energieeffizienzziele. Alle Beteiligten waren der Meinung, dass es vermehrter Anstrengungen bei allen Akteuren bedarf und dass dafür sowohl privaten als auch industriellen Endkunden individuelle Angebote zur effizienten Energienutzung und innovative Energiedienstleistungen unterbreitet werden müssen. Dabei soll Energieeffizienz zukünftig nicht nur der Kundenbindung dienen, sondern auch ein eigenes, lohnendes Geschäftsmodell werden. Mit dem Publikum war man sich einig, dass es dazu umfassender Partner-Kooperationsmodelle bedarf.
Am Nachmittag standen zunächst die Energieeffizienztechnologien im Fokus. Prof. Dr. Bernd Ponick von der Universität Hannover stellte in seinem Vortrag sektorenübergreifend bereits vorhandene und neue Technologien zum Beispiel für Antriebe oder Gebäudeklimatisierung vor. Daran anschließend sprach Dr. Carsten Kreklau, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V., über die ökonomische Bedeutung von Effizienztechnologien. Er unterstrich die Bedeutung der Innovation als Schlüssel für Effizienztechnologien und zum Erfolg der deutschen Industrie. Auch stellte er dar, in wie vielen Anwendungsfeldern Energieeffizienzinvestitionen hoch wirtschaftlich sind.
Dr. Bruno Lindl, Geschäftsführer des Bereichs Entwicklung bei der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, stellte verschiedene energieeffiziente Produkte aus dem Bereich Lüftung vor. Auf die vielfältigen Einsparpotenziale durch innovative Beleuchtungstechnologien und Maßnahmen zur Optimierung bestehender Beleuchtungsanlagen in Unternehmen ging Oliver Prietze, Senior Director Sales & Marketing, Energy Audits von der OSRAM GmbH in seinem Vortrag ein. In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten die Referenten die Bedeutung der umfassenden Information und Motivation der Endverbraucher und diskutierten unterschiedliche Ansätze von Wirtschaftlichkeit sowie die Notwendigkeit von gesetzlichen Anreizen und Vorschriften zur Erreichung der Energieeffizienzziele.
Im letzten Veranstaltungsblock wurden Strategien und Instrumente zur Steigerung der Nachfrage nach Energieeffizienz diskutiert. Annegret-Cl. Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der dena, ordnete in ihrem Impulsreferat die Instrumente und betonte, dass neue Produkte die Märkte für Energieeffizienz voranbringen müssten. In der abschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Detlef Dauke, Leiter der Abteilung Energiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Gerd Billen, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Prof. Dr. Wolfgang Schröppel und Annegret-Cl. Agricola intensiv über Vor- und Nachteile von ordnungspolitischen Maßnahmen, Dirigismus, Anreizprogrammen oder Information und Aufklärung als Mittel zur Steigerung der Energieeffizienz aus. Einig war man sich, dass das kommende Energieeffizienzgesetz weniger durch Zwang und mehr mit Anreizen wirken sollte.
Als Moderatorin führte Simone von Stosch in diesem Jahr durch die Veranstaltung. Am Abend kamen die TeilnehmerInnen in der PURO Sky Lounge im 20. Stock des Berliner Europa-Centers zum Kontakte knüpfen und pflegen zusammen.
Veranstaltungsprogramm
Hier finden Sie das Programm der Stromeffizienz 2009.
Vorträge
Dr. Florian Haslauer, Leiter der zentraleuropäischen Beratungsgruppe für die Energie- und Versorgungswirtschaft, Vice President A.T. Kearney
Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Strommarkt
Prof. Dr. Wolfgang Schröppel, Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE
Energieeffizienzziele 2020 - Schaffen wir das?


