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Experten-Workshop „Ökodesign“ am 3. Mai 2007 in Berlin.
Ziel der von der Initiative EnergieEffizienz veranstalteten Experten-Workshops ist es, durch die Initiierung eines Fachdiskurses Strategien, Maßnahmen und Instrumente zur Steigerung der Stromeffizienz in den verschiedenen Verbrauchssektoren zur Diskussion zu stellen und die Identifizierung erfolgreicher Ansätze zu fördern.
Zum Experten-Workshop „Ökodesign – Richtlinie zur umweltgerechten Gestaltung energiebetriebener Produkte“ am 3. Mai 2007 in Berlin trafen sich rund 30 Experten aus Politik, Wirtschaft sowie Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, um über die aktuellen Aktivitäten zur Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie auf europäischer und nationaler Ebene im Kontext der energiepolitischen Strategie zur Erhöhung der Energieeffizienz zu diskutieren.
Hintergrund dieses Experten-Workshops ist die EU-Richtlinie 2005/32/EG vom 06.07.2005 zur „Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte“ (Ökodesign-Richtlinie), welche die Festlegung gemeinschaftlicher Anforderungen an energiebetriebene Produkte vorsieht.
In Verbindung mit der Zielsetzung der Etablierung marktkonformer und zukunftsfähiger Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz energiebetriebener Produkte wurde in dem Experten-Workshop der europäische Rechtsrahmen sowie der daraus resultierende Entwurf zum Energie-Betriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) vorgestellt und diskutiert. Schwerpunkte dieser Diskussion bezogen sich auf die Konformitätserklärung, die Bußgeldregel sowie die Durchführung der Marktüberwachung einschließlich Kontrolle des Internethandels.
Die Diskussionsteilnehmer waren sich grundsätzlich einig, dass die Umsetzung der EU-Ökodesign-Richtlinie ein wichtiges Element ist, die Energieeffizienzziele
- Reduktion des Primärenergieeinsatzes in der Europäischen Union bis 2020 um 20% gegenüber Trend
- Nationales Ziel der Verdopplung der Energieproduktivität von 1990 bis 2020
zu erreichen.
Die EU-Ökodesign-Richtlinie ist ein zentraler Bestandteil für die Umsetzung einer europäischen Top-Runner-Strategie, die im Zuge einer „Push- und Pull-Wirkung“ die Markttransformation für energieeffiziente Produkte vorantreibt. Dies wird erreicht, wenn eine koordinierte Festlegung und dynamische Fortschreibung der Energieeffizienzkriterien und Schwellenwerte unter Berücksichtung der komplementären Anwendung von differenzierender bzw. Bestgeräte-Kennzeichnung (EU-Label, Energy Star) und von Mindesteffizienzstandards (EU-Ökodesign-Richtlinie) erfolgt und konsequent weiterverfolgt wird.
Weiterhin stellten Vertreter von Industrieverbänden (VDMA, ZVEI) ihre Sicht auf die Chancen und Herausforderungen der EU-Ökodesign-Richtlinie für Hersteller energiebetriebener Produkte am Beispiel von Pumpen, Beleuchtungstechniken und Geräten der Unterhaltungselektronik vor. Es wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass die energieeffiziente Systemoptimierung eine entscheidende Bedeutung hat und die Steigerung der Energieeffizienz von Produkten und Komponenten hierfür einen wichtigen Beitrag leisten kann. Bei einer Betrachtung des gesamten Lebenszyklusses eines Produktes von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung, wie sie im Rahmen der EU-Ökodesign-Richtlinie erfolgt, entfallen bis zu 90% des Energieverbrauchs auf die Phase der Nutzung. Daraus ergibt sich, dass die Energieeffizienz von Produkten und Systemen ein wichtiges Qualitätsmerkmal darstellt, das in Kauf- und Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen ist. Das produkt- und systembezogenen Marketing kann durch die verstärkte Einbeziehung dieses Qualitätsmerkmals einen wichtigen Beitrag leisten.
Gleichzeitig kommt dem Nutzerverhalten eine große Bedeutung zu, wenn es um die Erfüllung von Energieeffizienz- und Energieeinsparzielen geht. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde deshalb auch die Sicht der Endverbraucher vorgestellt und diskutiert. Es wurden der erhebliche Einfluss des Geräte-Ausstattungsgrad in Haushalten, die Marktentwicklung im Hinblick auf Gerätegrößen, die Einführung neuer Geräte und die Nutzung der Geräten unter Energieeffizienz-Gesichtspunkten diskutiert.
Programm des Ökodesign-Workshops
Vorträge
Annegret-Cl. Agricola, Deutsche Energie-Agentur
Ralf Schmidt-Pleschka, Die Verbraucher Initiative e. V.
Manfred Behringer, Metz GmbH & Co KG


