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Stand-by-Workshop Mai 2007.
Experten-Workshop:
"Stand-by – integrierte Produktpolitik zur Reduzierung von Leerlaufverlusten", 31.05.2007, Deutsches Technikmuseum Berlin
Mit diesem deutsch-französischen Expertenworkshop zum Thema Stand-by hat die Initiative EnergieEffizienz die Veranstaltungsreihe "Experten-Workshop" fortgesetzt.
Veranstalter im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz waren das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), das französische Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie und die französische Umwelt- und Energiemanagement Agentur (ADEME). Mit der EU-Kommission, der IEA (International Energy Agency) und der EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Industry Technology Association) waren auch wichtige nationale, europäische und internationale Akteure sowie Organisationen vertreten, die im Themenfeld "Verringerung der Stand-by-Verluste" tätig sind.
Der Workshop fand vor dem Hintergrund des derzeitigen, politischen Prozesses in Verbindung mit der Umsetzung der EU-Ökodesign-Rahmenrichtlinie (2005/32/EG) statt. Ziel des Workshops war es, die diesbezüglichen, aktuellen Aktivitäten zum Beispiel Deutschlands und Frankreichs aber auch der EU-Kommission und der IEA, vorzustellen und zu diskutieren. Eine besondere Rolle spielte dabei die Vorbereitung geeigneter Instrumente zur Reduzierung der Verluste im Stand-by- und Schein-Aus-Modus stromverbrauchender Geräte.
Im Kontext der Etablierung marktkonformer und zukunftsfähiger Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz energiebetriebener Produkte wurde zunächst der europäische Rechtsrahmen sowie die weitere Maßnahmen- und Prozessplanung erörtert. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Vorstellung der Ökodesign-Vorstudie "Los 6" der EU-Kommission zu Stand-by- und Schein-Aus-Verlusten, die kurz vor dem Abschluss steht. Darüber hinaus hat die IEA die Ziele und Aktivitäten ihrer 1-Watt-Initiative vorgestellt. Von der EICTA wurden die vorhandenen technischen Möglichkeiten und bereits erzielten Energieeinsparungen der Geräte der Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationstechnik in die Diskussion eingebracht.
Weiterhin wurde am konkreten Beispiel des Projekts "Euro Topten", einer europäischen Internetplattform für besonders energieeffiziente Produkte, aufgezeigt, inwiefern neben der Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei Stand-by-Anwendungen zukünftig ergänzende Aktivitäten im Hinblick auf die Verbraucherinformation erforderlich sind. In weiteren Vorträgen wurde auf Projekte zur Reduzierung von Stand-by-Verlusten in Verbindung mit einem System Weißer Zertifikate (frei handelbare Energieeinsparzertifikate) in Frankreich eingegangen.
Ein Diskussionsschwerpunkt des Workshops lag auf der Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Reduzierung von Stand-by-Verlusten. Konsens war, dass die Umsetzung von ordnungsrechtlichen Maßnahmen sinnvoll und notwendig ist, die durch Maßnahmen der Verbraucherinformation ergänzt werden müssen.
Hintergrund
Der Stromverbrauch Stand-by-Bertrieb (und in weiteren Leerlaufzuständen) ist für schätzungsweise ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Neue technische Entwicklungen erlauben die Reduktion des Stand-by-Verbrauchs um 90% ohne Einschränkung der Nutzeranforderungen. In der Diskussion um Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz wird auf nationaler und europäischer Ebene der Reduzierung von Leerlaufverlusten, insbesondere bei strombetriebenen Geräten und Anlagen, ein hoher Stellenwert zugewiesen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat anhand mehrerer wissenschaftlicher Studien die zu erwartenden Stromverbrauchsentwicklung durch den zunehmenden Einsatz von Geräten der Unterhaltungselektronik und Informationstechnik und mögliche nationale Handlungsoptionen untersuchen lassen (Fraunhofer ISI, FFE, TU Dresden 2005; CEPE und Fraunhofer ISI 2003), wenn dieser Entwicklung nicht entgegen gewirkt wird. Auf internationaler Ebene hat die Internationale Energieagentur (International Energy Agency – IEA) im Jahr 1999 vorgeschlagen, in allen Ländern durch politische Maßnahmen die Leistungsaufnahme von elektrischen Geräten im Stand-by-Betrieb auf 1 Watt zu beschränken (1-Watt-Initiative der IEA).
Die Vorstudie "Los 6" hat die EU-Kommission 2005 in Zusammenhang mit der Verabschiedung der EU-Ökodesign-Rahmenrichtlinie in Auftrag gegeben. Die Durchführung der Studie erfolgt unter Federführung des Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration (Fraunhofer IZM). Seit Mitte April 2007 liegt der Entwurf des Abschlussberichts dieser Untersuchung vor. Er wurde auf dem Workshop vorgestellt.
Vorträge
Dr. Wolfgang Stinglwagner (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
Dr. Stephan Kolb (EU-Kommission / DG Energie und Verkehr)
Dr. Nils Nissen (Fraunhofer IZM)
Lloyd Harrington (Internationale Elektrotechnische Kommission, IEC)
Bruno Ziegler (Electricité de France, EDF)
Dr. Eric Bush (Top Ten International Group)




